D’Lechtaler


Vereinsgeschichte:
Kurz nach dem 2. Weltkrieg, noch bevor wieder geordnete wirtschaftliche und politische Verhältnisse eingekehrt waren, trafen sich in unserer Heimatgemeinde regelmäßig eine Gruppe lebenslustiger Burschen und Mädchen zu Spiel und Tanz. Ludwig Litter sen., ein ehemaliges Mitglied des Trachtenvereins Grasheim, zeigte den jungen Leuten einige verschiedene Plattler. Schnell waren alle von dieser Art zu tanzen restlos beigeistert und die Gruppe wurde zusehends stärker.
Leonhard Weixler, ein Bruder des jetzigen Ehrenvorstandes Benno Weixler und des Ehrenvorplattlers Anton Weixler, führte im Frühjahr 1948 diese tanzinteressierte Gruppe zu einem Verein zusammen. Ein Jahr später trat Leonhard Weixler für viele überraschenderweise in das Kapuzinerkloster Laufen ein und bekam den Ordensnamen „Bruder Wando“.
1948 wählte der neu gegründete Verein den Namen „Heimat- und Trachtenverein D`Lechtaler“ und trat dem Donaugau mit Sitz in Ingolstadt bei. Die Patenschaft übernahm unser Nachbarverein aus Pöttmes.
1949 zählte der Verein bereits 89 Mitglieder. Durch Tanzabende, gesellige Veranstaltungen und besonders durch sein alljähriges Theaterspiel an Weihnachten fand der Verein schnell Anerkennung und Beliebtheit bei den Einwohnern. Sehr freundschaftliche Kontakte ergaben sich durch zahlreiche gegenseitige Besuche zu unserem Patenverein Pöttmes.
1952 war das Jahr der Trachtlerhochzeiten. Insgesamt 11 hiesige Trachtler und 4 Trachtlerinnen (davon 4 reine Trachtenpaare) traten vor den Traualtar.
1953 wurde zur Plattlergruppe eine Volkstrachtengruppe aufgebaut. Diese Gruppierung trägt die Thierhauptener Tracht etwa aus dem Jahr 1880. Seit ca. 250 Jahren kleidete man sich in der Gegend zwischen Thierhaupten, Pöttmes und Aichach auf diese Art und dies ist der Ausdruck
eines stolzen, selbstbewussten Bauernstandes bis in unsere Zeit.
1955 erhielt der Heimat- und Trachtenverein eine eigene Fahne. 33 Brudervereine füllten die ehrwürdige Klosterkirche und bekundeten durch ihren Besuch die enge Verbundenheit zu unserem Verein. Dieses Fest, stattgefunden am 21. und 22. Mai 1955, dürfte den älteren Mitgliedern und Trachtlern vom Donaugau wegen der eisigen Kälte mit Graupelschauern noch gut in Erinnerung sein. Als Dank für diese Ehrenbesuche war der Thierhauptener Trachtenverein stets in großer Anzahl vertreten, wenn er von einem seiner Nachbarvereine zu Jubiläen eingeladen wurde.
1958 wurde das 10-jährige Gründungsfest im engen Kreis mit unserem Patenverein Pöttmes und dem Trachtenverein Metzenried gefeiert.
1962 wurde die Jugendgruppe gegründet. Unser damaliger Jugendleiter Andreas Guggenberger gab sich viel Mühe, den Jugendlichen Sinn und Aufgabe des Heimat- und Trachtenvereins zu vermitteln. Zu den Jugendproben erschien damals verlässlich eine stattliche Anzahl begeisterter Tänzer und Tänzerinnen.
1968 richteten wir die Festwoche in Verbindung mit unserem 20-jährigen Gründungsfest und dem 44. Donaugaufest aus. 45 Vereine und 7 Musikkapellen besuchten und unterstützten diese Veranstaltung.
1971 übernahm der Heimat- und Trachtenverein zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein die Festwoche. Mit unserem Erlös daraus haben wir die Voraussetzung für unsere Heimat- und Trachtenstuben geschaffen. Durch die Initiative von Andreas Guggenberger konnte im Anwesen Fischer (Hausnamen „Bumper“) eine Trachtenstube, ein Spinnstüberl und eine Gerätekammer eingerichtet werden.
1973 konnten wir in Verbindung mit dem 25-jährigen Vereinsjubiläum die Trachten- und Heimatstuben eröffnen. Im gleichen Jahr durften wir die Patenschaft für die 2. Vereinsfahne unseres Patenvereins Pöttmes übernehmen.
1978 feierten wir im August das 30-jährige Gründungsfest. Der große Festzug mit 40 Vereinen, 8 Musikkapellen und 6 Festwägen lockte über 10000 Besucher an.
1983 hat der Verein neben den üblichen anderweitigen Festbesuchen auch beim Jahrhundertfest der bayerischen Trachtler in München teilgenommen. 2 Jahre später zeigten wir uns in unserer schönen Heimattracht anlässlich der 2000-Jahrfeier in Augsburg beim großen Schwabenfestzug.
1986 erfolgte ein Wechsel in der Vorstandschaft. Unser langjähriger 1. Vorstand Benno Weixler, der seit 1954 die Geschicke des Vereins all die Jahre hervorragend gemeistert hatte, überließ den Posten des Vorsitzes an Josef Küfner jun. Als Anerkennung wurde Benno Weixler zum Ehrenvorstand ernannt.
1988 konnte der Verein sein 40-jähriges Gründungsfest, verbunden mit dem 64. Donaugau-Trachtenfest, feiern. Über 60 Vereine aus Schwaben, Altbayern, Hallertau, Franken und der Oberpfalz, 10 Musikkapellen und 10 pferdebespannte Blumenwägen waren am Festumzug beteiligt.
1989 war unser Verein zum 1. Mal Ausrichter des Donau-Wertungsplattelns. Nach 3 Jahrzehnten nahmen erstmals wieder Trachtler und Trachtlerinnen aus Thierhaupten daran teil. Der Fleiß der 6 Dirndln und 5 Buam wurde mit 11 Auszeichnungen in Silber belohnt. Im Juni 1989 fuhren 33 Vereinsmitglieder nach Altötting zur 500-Jahr-Feier „Marienwallfahrt“. Der schöne Gottesdienst mit mehr als 14000 Trachtlern hinterließ einen unvergesslichen Eindruck.
1991 konnten wir, seit langem auf der Suche nach einer neuen Bleibe, die Einweihung unseres Vereinsheims im Kloster feiern.
1993 begannen wir mit der Renovierung unseres Trachten- und Heimatmuseums. Das 300 Jahre alte ehemalige Bauernhaus wurde in mehr als 1000 Arbeitsstunden mit den historisch wertvollen, handgefertigten Biberschwanzdachplatten vom Kloster neu eingedeckt. Das Gemäuer wurde neu verputzt und angestrichen. Durch eine Putzanalyse konnte festgestellt werden, dass dieses Gebäude bereits 28 verschiedene Außenanstriche erhalten hatte. Außerdem konnten wir vom Pächter das Austragshäusl mit in den Pachtvertrag aufnehmen.
1995 richtete der Donaugau zusammen mit dem Heimat- und Trachtenverein das Volksliedersingen und Musizieren im Klostersaal in Thierhaupten aus. Unter der Leitung von Volksmusikpflegerin Gertrud Lindler gaben 55 Musiker und Sänger ihr Bestes.
Im gleichen Jahr hielt der Donaugau sein Jugendzeltlager mit fast 300 Jugendlichen in Thierhaupten ab. Mit Zustimmung des SVTs durften wir die Zelte auf dem Trainingsgelände aufstellen.
1996 war das Austragshäusl bei unseren Heimatstuben als „Schusterstube“ fertig gestellt.
Die Einweihung mit ca. 800 Besuchern fand am Tag des Offenen Denkmals statt.
1998 konnte der Verein sein 50-jähriges Gründungsfest, verbunden mit dem 74. Donaugau-Trachtenfest, feiern. Über 60 Vereine sowie zahlreiche Musikkapellen und pferdebespannte Blumenwägen verschönten das Fest.
Im Herbst 1998 erfolgte erneut ein Wechsel in der Vorstandschaft. Unser 1. Vorstand Josef Küfner jun. übergab den Vorstandsposten an Karl Haag.
1999 war der Verein zum 2. Mal der Ausrichter des Wertungsplattelns. Die Teilnehmer unseres Vereins konnten 1 x Gold und 5 x Silber erringen.
Im Jahr 2000 beteiligten wir uns an der 1250-Jahrfeier unserer Gemeinde Thierhaupten zusammen mit dem Musikverein mit einem dargestellten Hochzeitszug mit Brautpaar, Kammerwagen und Brautkuh.
Am 29. Juli 2001 besuchten 30 Trachtler aus Thierhaupten das Oberlandler Gaufest in Schliersee
Im Juli 2002 waren wir zum 2. Mal Ausrichter des Donaugau-Jugendzeltlagers. Es beteiligten sich ca. 230 Jugendliche mit ihren 40 Betreuern.
Im August 2007 trug unser Verein als Veranstalter die Verantwortung für das Volksfest Thierhaupten, verbunden mit dem Donaugau-Trachtenfest. Wir feierten das 60-jährige Vereinsbestehen der Thierhauptener Trachtler und können auf eine überaus erfolgreiche Festwoche zurückblicken.
Geschichte der Marktgemeinde Thierhaupten: (anklicken)
Museum:
Unser Museum zeigt Wohnen und Leben in früherer Zeit
Die geräumige Stube war Mittelpunkt der Familie. Kachelofen, Sofa und die lange Eckbank schufen eine gemütliche Wohnatmosphäre und ermöglichten Tätigkeiten wie Nähen, Spinnen, Basteln und Spielen an den langen Winterabenden. Die Küche war das Reich der Bäuerin. Hier war gleichsam das Versorgungszentrum für alle Hausbewohner. In diesem Raum wurde das Essen zubereitet (Anrichte), gekocht und gebacken, auch mit Wasser und Wärme wurde alles von der Küche aus versorgt (Pumpbrunnen). Der Kachelofen wurde ebenfalls von der Küche aus geheizt, damit die Stube sauber blieb. Desgleichen diente die Küche zur Futterbereitung für Ferkel und Kälber (Zentrifuge, Kartoffeltopf). Die übrigen Zimmer brauchte man als Schlafräume. Dies waren: die Schlafkammer der Eltern, die Hinterkammer und das Dachstüberl auf dem Speicher. Der restliche Dachraum wurde als Lagerplatz für das Getreide verwendet.
Ein Bauernhof in mittlerer Größe –etwa 30 Tagwerk- versorgte die Familie vollständig. Auf dem Hof war alles da, was man zum Leben brauchte, wie Milch, Eier, Fleisch. Auf den Feldern wuchs das Getreide für Brot und Backwerk. Der meist großflächige Hausgarten wurde damals hauptsächlich genutzt zum Gemüse- und Obstanbau und zum Auslauf der Hühner. Man hielt Geflügel, Schweine, Schafe und Rinder. Flachs und Schafwolle für Leinen und Wollsachen, die Bettfedern und das Stroh für den Strohsack waren Eigenprodukte.
Nur ganz wenige Dinge wie Salz, Zucker, Essig und ein paar Stück Kernseife und „s`Schlachtgwürz“ holte man sich beim Krämer.
Alle Gerätschaften, die zur Feldbestellung gebraucht wurden, sind in der früheren Schlafkammer zu sehen; die Erntegeräte und die Windmühle zur Getreidereinigung sind im Dachraum untergebracht.
Angebaut am Wohnhaus befindet sich das „Austragshäuserl“. Es diente den Großeltern als Schlafstube, da der Wohnraum im Haus für 3 Generationen sehr beengt war und ermöglichte dem Senior einen kleinen Nebenverdienst beim Schuhe reparieren.
Andreas Guggenberger war es beim Einrichten des Museums wichtig, dass der Besucher Gegenstände und Einrichtungen betrachten kann, die in früherer Zeit auf dem Bauernhof üblich und zum täglichen Leben notwendig waren. Er soll sich in das Landleben vor etwa 100 Jahren hinein versetzen können.

Das Heimat-und Trachtenmuseum Thierhaupten steht in der Herzog-Tassilo-Straße 34.
Unser Museumswart führt von März bis November jeden 2. Sonntag
im Monat von 13.00 Uhrbis 15.00 Uhr durch das Museum.